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Können Pigmentmale bei Kindern entarten?

Auch bei Kindern steigt das Erkrankungsrisiko für ein Melanom (schwarzer Hautkrebs). In den letzten 30 Jahren hat sich das Hautkrebsrisiko für Kinder fast verdoppelt. Insgesamt hat der schwarze Hautkrebs jedoch bei Kindern einen niedrigen Anteil an allen Erkrankungen. Bei Kindern unter 15 Jahren macht das Melanom nur 0,9 % aller Krebserkrankungen aus. Bei Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren ist das maligne Melanom jedoch schon für 7 % aller Krebserkrankungen verantwortlich.

Was erhöht das Risiko für Kinder an einem Melanom zu erkranken?

Dr. med. Robert Kasten: bei Kindern entstehen Melanome häufiger als bei Erwachsenen aus vorbestehenden Pigmentmalen. Die Anzahl der Pigmentmale erhöht sich, wenn Kinder häufiger dem Sonnenlicht (UV Licht) ausgesetzt sind. Auch wenn Kinder große Pigmentmale, über 5 mm aufweisen, ist das Melanom Risiko deutlich erhöht. Es gibt außerdem sehr seltene Enzymstörungen, bei denen gehäuft Hautkrebs auftritt, wie das so genannte Xeroderma pigmentosum. Auch wenn Kinder Organe transplantiert bekommen haben, tritt Hautkrebs häufiger auf, weil das Immunsystem durch die Medikamente gegen die Abstoßungsreaktionen geschwächt ist.

Nach welchen Merkmalen sollte man schauen, um Hautkrebs bei Kindern frühzeitig zu entdecken?

Dr. med. Robert Kasten: Auch bei Kindern sollten die Hautmale nach der so genannten ABCD-Regel untersucht werden. Das bedeutet, dass man nach Asymmetrien, unregelmäßigen Begrenzungen, unterschiedlichen Farben (Color) und nach einen Durchmesser der Pigmentmale >5 mm fahndet. Allerdings können bei Kindern sich Melanome auch atypisch als rötliche flache Erhebungen zeigen. Bei Veränderungen sollte sofort ein Dermatologe (Hautarzt) zu Rate gezogen werden. Dieser kann die Hautmale dermatoskopisch und mit der Computer Analyse untersuchen.