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So schützen Sie sich richtig vor zuviel Sonne

Dr. Kasten: Viele Menschen haben schon bemerkt, dass das Sonnenlicht auch in Deutschland stärker wird und dass man es in der Mittagszeit kaum längere Zeit in der direkten Sonneneinstrahlung aushält. Die klimatischen Veränderung in unserer Umwelt führen zu einer verstärkten Lichteinstrahlung und zu mehr Lichtschäden an der Haut.

Warum führt das Sonnenlicht zu Hautschäden?
Dr. Kasten: Das Sonnenlicht besteht unter anderem aus UVA und UVB Licht. Beide Lichtanteile können Hautkrebs auslösen. UVA Licht führt außerdem zu Falten. Das UVB Licht ist für das Entstehen von Sonnenbränden verantwortlich. UVA und UVB Licht führen zu einem Schaden an der Erbsubstanz der Hautzellen, so dass die Zellen entarten können und bösartige Tumore entstehen.
Deshalb ist ein guter Lichtschutz dringend erforderlich.

Wie schütze ich mich vor Sonnenschäden?
Dr. Kasten: Am besten ist es, wenn man die Mittagssonne im Freien meidet und sich mit Textilien und mit einem Hut vor der Sonne schützt. Auf die unbekleidete Haut wird eine Sonnenschutzcreme aufgetragen. Eine gute Sonnenschutzcreme muss vor UVA Licht und vor UVB Licht schützen.

Welchen Lichtschutz soll ich verwenden?
Dr. Kasten: Man unterscheidet organische Lichtschutzfaktoren und physikalische
Lichtschutzmittel. Nano-Partikel in physikalischen Sonnenschutzcremes, die als Titandioxid oder Zinkoxid vorhanden sind, durchdringen die Haut nicht und sind gemäß einer Einschätzung der Gesundheitsbehörden unbedenklich. Auch die in Deutschland zugelassenen organischen Lichtschutzfilter sind als sicher von den Behörden getestet. Kinder und Erwachsene sollten einen Lichtschutzfaktor zwischen 30 und 50 verwenden. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihren passenden Lichtschutzfaktor ermitteln.
Babys unter sechs Monaten sollten der direkten Sonne gar nicht ausgesetzt werden.

Wieviel Sonnenschutzcreme muß ich auftragen?
Dr. Kasten: Die Menge, die für einen guten Sonnenschutz erforderlich ist, liegt bei etwa 20-30 ml für eine durchschnittlich große Person. Alle 2 Stunden und nach dem Schwimmen sollte der Lichtschutz erneut aufgetragen werden, selbst wenn der Lichtschutzfaktor als „wasserfest“ gekennzeichnet ist.

Lichtreaktionen durch Medikamente

 

 

Dr. Kasten Facharzt, Hautarzt in Mainz

Dr. Kasten Facharzt für Dermatologie, Hautarzt in Mainz

 

Welche Medikamente können durch Sonneneinstrahlung Hautausschläge oder Sonnenbrand verursachen?
Dr. Kasten: Eine Vielzahl von Arzneimitteln kann eine Lichtreaktion verursachen. Hierzu zählen bestimmte Antibiotika, wie Tetrazykline und Chinolone oder Blutdruck senkende Arzneimittel, wie z. B.  so genannte „Wassertabletten“ (Thiazide) und auch Blutfett-senkende Medikamente (Fibrate). Auch manche Beruhigungsmittel oder sogar natürliche Arzneimittel, wie zum Beispiel Johanniskraut können eine verstärkte Lichtreaktion hervorrufen.

Welche Folgen kann es haben, wenn man in die Sonne geht, obwohl man diese bestimmten Medikamente einnimmt?
Dr. Kasten: In diesem Fall besteht die Gefahr einer Verbrennung der Haut, mit einer Rötung, einer Schwellung oder sogar mit einer Blasenbildung.

Wie kommt eine fototoxische Hautreaktion zustande?
Dr. Kasten: Bei dieser Form der Lichtreaktion werden eigentlich harmlose Moleküle durch das Sonnenlicht in Giftstoffe umgewandelt. In der Folge entstehen die Symptome, die ich oben beschrieben habe.

Muss man zum Arzt, wenn man einen Sonnenbrand hat und gleichzeitig bestimmte Medikamente einnimmt? Wie können Sie als Arzt helfen?
Dr. Kasten: Wenn man eine Lichtreaktion entwickelt hat, sollte man sich bei seinem Dermatologen vorstellen um sich untersuchen und beraten zu lassen. Dies ist wichtig, um auch Spätfolgen wie Pigmentverschiebungen oder sogar Narben zu vermeiden.

Reichen schon 5 Minuten aus, um sich zu gefährden oder muss man schon stundenlang in der Sonne liegen, um Probleme zu bekommen?
Dr. Kasten: Bei hellen Hauttypen kann sogar eine sehr kurze Belichtung ausreichen um eine Lichtreaktion hervorzurufen.

Gar nicht mehr rausgehen, ist ja schwierig. Wie kann man sich bei der Einnahme von Medikamenten vor der Sonne schützen? Noch mehr Sonnencreme/häufiger eincremen?
Dr. Kasten: Natürlich ist ein konsequenter Sonnenschutz erforderlich, um eine Lichtreaktion zu vermeiden. Wenn man die Zeit zwischen 11.00 und 15:00 Uhr nicht im Freien verbringt, dann hat man schon etwa 50 % der UV-Strahlung vermieden, die an einem Tag auf die Erde kommt. Weitere Schutzmaßnahmen stellen die Anwendung eines hohen Lichtschutzfaktors, am besten eines so genannten Sunblockers oder das Tragen von Lichtschutzkleidung dar.

Gelten diese Vorsichtsmaßnahmen auch für das Solarium?
Dr. Kasten: In den Solarien werden UVA-Strahlen eingesetzt. Gerade diese Strahlung verursacht häufig Lichtreaktionen. Weitere unerwünschte Wirkungen einer UVA-Strahlung sind eine verstärkte Hautalterung und die Erhöhung des Hautkrebsrisikos.