# Starkes Schwitzen im Intimbereich: Was hilft?

> Starkes Schwitzen in Leiste und Intimbereich: Ursachen, was man selbst tun kann und welche Rolle Antitranspirantien und Botox spielen können.

Quelle: https://blog.haut-mz.de/blog/starkes-schwitzen-im-intimbereich-was-hilft-713/

Von Dr. med. Robert Kasten

- Video: [Starkes Schwitzen im Intimbereich. Was hilft?](https://www.youtube.com/watch?v=P7x1EpXzB3E)

Starkes Schwitzen im Intimbereich ist für viele Betroffene ein unangenehmes Thema, über das sie nur ungern sprechen. Dabei ist es nicht selten. Das Schwitzen tritt nicht nur nachts, sondern auch tagsüber auf und kann beim Sport oder im Beruf sehr belastend sein. In diesem Beitrag erkläre ich Ihnen, woher das Schwitzen kommt, was Sie selbst tun können und welche Behandlungen es gibt.

## Warum schwitzt man im Intimbereich so stark?

In der Leiste, im Schambereich und zwischen den Gesäßhälften liegen besonders viele Schweißdrüsen. Hinzu kommt, dass sich hier Hautflächen berühren und die Luft kaum zirkulieren kann. Der Schweiß verdunstet schlecht, die Haut bleibt feucht und warm.

Wenn das Schwitzen deutlich über das hinausgeht, was zur Regulierung der Körpertemperatur nötig ist, spricht man von einer Hyperhidrose. Meist liegt keine andere Erkrankung zugrunde. Man spricht dann von einer primären Hyperhidrose, die oft schon in jungen Jahren beginnt. Seltener ist das Schwitzen Folge einer anderen Ursache, etwa einer Schilddrüsenüberfunktion, hormoneller Veränderungen oder bestimmter Medikamente. Gerade wenn starkes Schwitzen neu auftritt oder den ganzen Körper betrifft, sollte man das ärztlich abklären lassen.

## Welche Folgen kann das Schwitzen haben?

Die ständige Feuchtigkeit weicht die Haut auf. Dadurch kann es zu Juckreiz, Rötungen und wunden Stellen kommen, man spricht von einem Wundsein oder Intertrigo. In diesem feuchtwarmen Milieu können sich zudem Pilze und Bakterien leichter vermehren und Entzündungen verursachen. Hinzu kommt bei vielen Betroffenen die Sorge um Geruch und sichtbare Schweißflecken auf der Kleidung.

## Was kann man selbst tun?

Einige einfache Maßnahmen können die Beschwerden lindern. Dazu gehört luftige Kleidung aus Baumwolle oder speziellen Funktionsstoffen, die Feuchtigkeit nach außen leiten. Eng anliegende Kleidung aus Kunstfasern sollte man eher meiden. Puder kann etwas Feuchtigkeit aufnehmen und die Reibung verringern. Nach dem Duschen sollte man die Haut gründlich abtrocknen, auch in den Hautfalten. Oft reichen diese Maßnahmen allerdings nicht aus.

## Helfen Antitranspirantien im Intimbereich?

Antitranspirantien mit Aluminiumchlorid verengen vorübergehend die Ausführungsgänge der Schweißdrüsen und können das Schwitzen deutlich reduzieren. Im Intimbereich ist die Haut jedoch empfindlich, sodass es leichter zu Reizungen und Brennen kommen kann. Man sollte solche Präparate dort nur nach ärztlicher Rücksprache und nicht auf gereizter oder verletzter Haut anwenden. Über mögliche gesundheitliche Risiken von Aluminium in Antitranspirantien wurde in den letzten Jahren viel diskutiert. Nach neueren Bewertungen gilt eine Gesundheitsgefahr bei üblicher Anwendung als unwahrscheinlich, vollständig abgeschlossen ist die Diskussion allerdings nicht.

## Welche weiteren Behandlungen gibt es?

Verfahren wie das Absaugen von Schweißdrüsen können zu Vernarbungen oder Wunden führen. Mit der Verödung der Schweißdrüsen durch Radiowellen gibt es im Intimbereich bislang keine sehr weitreichenden Erfahrungen.

Gute Ergebnisse lassen sich oft mit Botulinumtoxin, umgangssprachlich Botox, erzielen. Das Medikament wird mit sehr feinen Nadeln in die Haut der betroffenen Region gespritzt und hemmt dort die Signalübertragung an den Schweißdrüsen. Vorher kann man mit einem Schweißtest genau abgrenzen, welche Fläche übermäßig schwitzt. Die Wirkung setzt nach einigen Tagen ein und hält meist mehrere Monate an, danach kann die Behandlung wiederholt werden.

An dieser Stelle muss man allerdings sagen, dass Botulinumtoxin in Deutschland für die Behandlung des übermäßigen Schwitzens nur in den Achseln zugelassen ist. Eine Anwendung in der Leiste oder im Intimbereich erfolgt daher im Rahmen eines sogenannten Off-Label-Use als individueller Heilversuch. Darüber klärt ein Hautarzt vor der Behandlung ausführlich auf. Mehr zur Methode lesen Sie auf unserer Seite zur [Behandlung von Hyperhidrose mit Botox](https://blog.haut-mz.de/heilende-medizin/starkes-schwitzen-hyperhidrosis/hyperhidrose-behandeln/hyperhidrose-botox/). Einen Überblick über alle Möglichkeiten finden Sie im Bereich [Starkes Schwitzen (Hyperhidrose)](https://blog.haut-mz.de/heilende-medizin/starkes-schwitzen-hyperhidrosis/).

Wenn starkes Schwitzen im Intimbereich Sie im Alltag belastet, kommen Sie gerne zu uns in die Sprechstunde. Wir untersuchen Sie gründlich und besprechen mit Ihnen, welche Behandlung für Sie infrage kommt.

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