Augenringe richtig behandeln: Ursachen und Möglichkeiten
Augenringe lassen ein Gesicht schnell müde wirken, auch wenn man sich gar nicht müde fühlt. Viele Betroffene wünschen sich deshalb ein frischeres Aussehen. Bevor man behandelt, sollte man allerdings genau hinschauen, denn hinter dunklen Schatten unter den Augen stecken ganz unterschiedliche Ursachen. Dr. med. Julia Kasten berichtet im Video über ihre Erfahrungen und ihr Vorgehen.
Woher kommen Augenringe?
Vereinfacht unterscheidet man vier Ursachen, die häufig auch gemeinsam auftreten. Bei manchen Menschen ist die Haut unter den Augen stärker pigmentiert, sie wirkt dann bräunlich. Bei anderen ist die Haut sehr dünn, sodass die darunterliegenden Gefäße und der Ringmuskel bläulich oder violett durchscheinen. Eine dritte Ursache ist der Verlust von Volumen: Mit den Jahren schwindet Fettgewebe unter dem Auge und an der Wange, und es entsteht eine Vertiefung, die Tränenrinne. Sie wirft einen Schatten, der wie ein dunkler Ring aussieht. Schließlich kann sich Fettgewebe aus der Augenhöhle nach vorne wölben. Dann spricht man von Tränensäcken.
Auch Veranlagung, Schlafmangel, Allergien und das Reiben der Augen spielen eine Rolle. Ein Teil der Augenringe ist also erblich und lässt sich nur begrenzt beeinflussen.
Wie findet man die richtige Behandlung?
Wegen der dünnen Haut und der vielen Gefäße und Nerven in diesem Bereich sollte man sich von einem erfahrenen Hautarzt untersuchen lassen. Dabei wird geklärt, welche Ursache im Vordergrund steht. Oft betreffen die Veränderungen nicht nur das Unterlid, sondern auch die Wange, die Jochbeinregion, die seitlichen Augenbrauen und die Schläfen. Manchmal wirkt das Auge erst dann frischer, wenn man auch diese Nachbarzonen mitbehandelt. Wichtig ist auch die Abgrenzung zu den Schlupflidern: Hängt am Oberlid überschüssige Haut über die Lidfalte, hilft keine Unterspritzung, sondern eher eine Schlupflid-OP.
Hilft Hyaluron in der Tränenrinne?
Lange Zeit galt das Auffüllen der Tränenrinne mit Hyaluron als naheliegende Lösung, wenn der Schatten vor allem durch Volumenverlust entsteht. In unserer Praxis setzen wir Hyaluron in der Tränenrinne allerdings nicht mehr ein. Das Gewebe unter dem Auge ist sehr dünn und bindet Wasser leicht. Hyaluron kann hier zu Schwellungen führen, die zum Teil lange bestehen bleiben und das Auge eher müder als frischer wirken lassen. Auch ausgeprägte Tränensäcke lassen sich mit einer Unterspritzung nicht gut behandeln.
Was hilft bei dünner Haut, Pigmentierung und durchscheinenden Gefäßen?
Scheinen Gefäße durch eine sehr dünne Haut, kann man versuchen, die Haut selbst zu kräftigen. Dazu eignen sich Polynukleotide. Sie sollen die Hautqualität und die Feuchtigkeit verbessern, ohne Volumen aufzubauen. Meist sind mehrere Behandlungen im Abstand von einigen Wochen nötig, und die Wirkung entwickelt sich langsam. Ergänzend können schonende Laserverfahren die Kollagenbildung anregen und die Haut unter den Augen etwas fester machen.
Bei bräunlichen Augenringen kann eine konsequente Hautpflege mit Sonnenschutz helfen, unterstützt durch aufhellende Wirkstoffe. In manchen Fällen lässt sich die Pigmentierung mit dem Laser verbessern, allerdings sind die Möglichkeiten hier begrenzt und mehrere Sitzungen nötig. Ein vollständiges Verschwinden der Augenringe kann man nicht versprechen. Realistisch ist eine sichtbare Abmilderung.
Was kann man selbst tun?
Ausreichend Schlaf, ein Verzicht auf das Rauchen und eine gute Behandlung von Allergien können Augenringe mildern. Man sollte die Augen nicht reiben und tagsüber eine Sonnenbrille sowie einen guten Sonnenschutz verwenden. Kühlende Augenpads lassen morgendliche Schwellungen abklingen, beeinflussen echte Augenringe aber kaum. Abdeckende Kosmetik kann die Zeit bis zu einer Behandlung gut überbrücken.
Wenn Sie wissen möchten, welche Ursache bei Ihnen vorliegt und welche Behandlung sinnvoll ist, kommen Sie gerne zu uns in die Sprechstunde. Wir untersuchen die Augenregion gründlich und besprechen mit Ihnen einen individuellen Behandlungsplan.