| Fakten | |
|---|---|
| Für wen | für jeden Erwachsenen, besonders bei hellem Hauttyp, vielen Muttermalen oder Hautkrebs in der Familie |
| Untersuchung | gesamte Haut einschließlich Kopfhaut, Nägeln und Fußsohlen, auffällige Male mit dem Dermatoskop |
| Verlaufskontrolle | digitale Videodermatoskopie mit Intellimago |
| Abstand | meist jährlich, bei erhöhtem Risiko halbjährlich |
| Vorbereitung | ungeschminkt, ohne Creme, Nagellack entfernen |
Hautkrebs ist die häufigste Krebserkrankung überhaupt. Früh erkannt lässt er sich in aller Regel gut behandeln, und das gilt für alle drei Hauptformen: das Basaliom, das Spinaliom und das Melanom. Je früher eine Veränderung entdeckt wird, desto kleiner ist meist der Eingriff und desto besser sind die Heilungschancen. Auch Vorstufen wie die aktinische Keratose fallen bei der Vorsorge auf und lassen sich behandeln, bevor daraus ein Spinaliom wird.
Eine regelmäßige Untersuchung ist für jeden Erwachsenen sinnvoll. Besonders wichtig ist sie bei erhöhtem Risiko:
Ein Hautarzt untersucht die gesamte Haut von Kopf bis Fuß, auch die Kopfhaut, die Ohren, die Nägel, die Fußsohlen und die Zehenzwischenräume. Muttermale und auffällige Stellen beurteilt er mit dem Dermatoskop. Das ist ein beleuchtetes Vergrößerungsgerät, mit dem man durch die oberste Hautschicht hindurch die Strukturen eines Hautmals erkennt. So lässt sich ein harmloses Muttermal besser von einem verdächtigen unterscheiden, und unnötige Entfernungen werden seltener. Die Untersuchung ist schmerzfrei und kommt ohne Strahlen aus.
Bei Menschen mit vielen Muttermalen hilft zusätzlich die digitale Videodermatoskopie. Wir setzen dafür Intellimago ein. Auffällige Male werden vergrößert fotografiert und in Ihrer Akte gespeichert. Bei der nächsten Untersuchung vergleichen wir die neuen Aufnahmen mit den alten. Bleibt ein Mal unverändert, muss es meist nicht entfernt werden. Verändert es sich, fällt das auch dann auf, wenn die Veränderung mit bloßem Auge kaum zu sehen ist. Die Technik ersetzt nicht den Blick des Hautarztes, sondern ergänzt ihn.
Fällt ein Hautmal auf, gibt es zwei Wege. Ist der Befund nur leicht auffällig, wird das Mal nach einigen Monaten erneut mit Intellimago kontrolliert. Besteht ein Verdacht auf Hautkrebs, wird das Hautmal ambulant in örtlicher Betäubung entfernt und feingeweblich untersucht. Erst dieser Befund gibt endgültige Sicherheit.
Zwischen den Terminen beim Hautarzt hilft es, die eigene Haut etwa einmal im Monat in Ruhe anzuschauen, am besten bei gutem Licht vor einem großen Spiegel und mit einem Handspiegel für den Rücken. Fotos mit dem Smartphone erleichtern den Vergleich. Bei Muttermalen hilft die ABCDE-Regel:
Auffällig ist auch ein Mal, das anders aussieht als alle übrigen, das sogenannte hässliche Entlein.
Nein. Die ABCDE-Regel gilt für Pigmentmale. Der helle Hautkrebs ist dagegen meist nicht braun, sondern zeigt sich als rötliche, schuppende oder krustige Stelle, als glasiges Knötchen oder als kleine Wunde, die immer wieder blutet und nicht abheilt. Auch manche Melanome bilden kaum Farbstoff und erscheinen rötlich. Hinter einem neuen roten Hautmal steckt zwar oft etwas Harmloses, etwa ein Insektenstich, eine Haarbalgentzündung oder ein gutartiges Knötchen. Eine Stelle, die nach einigen Wochen nicht verschwunden ist oder wächst, sollte man aber einem Hautarzt zeigen.
Die behaarte Kopfhaut kann man selbst kaum untersuchen, auch nicht mit zwei Spiegeln. Melanome an Kopf und Hals werden deshalb oft später entdeckt und sind bei der Diagnose häufig dicker als an anderen Stellen. Auch heller Hautkrebs entsteht oft an der Kopfhaut, besonders bei lichtem Haar. Hier können Partner oder der Friseur helfen: Wer Sie regelmäßig sieht, bemerkt neue, dunkle, rötliche oder nicht abheilende Stellen oft früher als Sie selbst. Bitten Sie ruhig ausdrücklich darum, dass auf die Kopfhaut geachtet wird.
Kommen Sie bitte ungeschminkt und cremen Sie sich am Tag der Untersuchung nicht ein. Reste von Creme, Make-up oder Selbstbräuner können die Beurteilung mit dem Dermatoskop erschweren oder feine Veränderungen verdecken. Entfernen Sie bitte vorher Nagellack an Fingern und Zehen, auch Gel- oder Shellac-Schichten, denn Hautkrebs kann in seltenen Fällen unter dem Nagel entstehen. Wenn Sie ein Mal besonders beobachten, sprechen Sie es gerne direkt an. Hinweise auf frühere auffällige Befunde oder Hautkrebs in der Familie sind ebenfalls hilfreich.
Untersuchung der gesamten Haut von Kopf bis Fuß
Beurteilung auffälliger Male mit dem Dermatoskop
Bei Bedarf Aufnahmen mit Intellimago für die Verlaufskontrolle
Besprechung der Befunde und des nächsten Kontrolltermins