| Fakten | |
|---|---|
| Was ist das? | gutartiger Knoten aus Zellen des Glomuskörpers, meist nur wenige Millimeter groß |
| Lage | am häufigsten unter oder neben dem Finger- oder Zehennagel |
| Beschwerden | stechender Schmerz, Kälteempfindlichkeit, punktuelle Druckempfindlichkeit |
| Untersuchung | Tastbefund, gegebenenfalls Ultraschall oder MRT |
| Behandlung | operative Entfernung in örtlicher Betäubung |
| Nachsorge | Fadenzug im Allgemeinen nach etwa zwei Wochen, feingewebliche Untersuchung des entfernten Gewebes |
| Wiederkehr | möglich, vermutlich meist durch einen zurückgebliebenen Rest |
Beratung und Untersuchung
Entfernung in örtlicher Betäubung
Entfernung der Fäden und Wundkontrolle
Ein Glomustumor ist ein gutartiger, aber oft sehr schmerzhafter kleiner Knoten, der meist unter dem Fingernagel sitzt. Ich erkläre Ihnen, woran man ihn erkennt, warum er sich nur operativ behandeln lässt und wie die Entfernung in unserer Praxis abläuft.
Glomuskörper sind winzige Gefäßknäuel in der Haut. Sie regulieren die Durchblutung und damit auch die Wärmeabgabe, und sie sind in den Fingerspitzen und im Nagelbett besonders zahlreich. Aus den Zellen eines solchen Glomuskörpers kann ein kleiner Knoten entstehen, den man Glomustumor nennt. Er ist gutartig, also kein Krebs, und meist nur wenige Millimeter groß.
Man findet ihn am häufigsten unter oder neben dem Finger- oder Zehennagel. Betroffen sind meist Erwachsene mittleren Alters, Frauen scheinen etwas häufiger betroffen zu sein. Warum er entsteht, ist nicht abschließend geklärt. Manchmal geht ihm ein Stoß oder eine Verletzung am Finger voraus, das ist aber nicht die Regel.
Typisch ist eine Kombination aus drei Beschwerden:
Am Nagel selbst sieht man manchmal eine Nagelwachstumsstörung, die der Glomustumor im Nagelbett verursacht, zum Beispiel eine Längsrille oder einen feinen Strich im Nagel. Der Glomustumor selbst kann als leichte bläuliche Verfärbung im Bereich der Lunula (dem hellen Halbmond am Nagelansatz) durchscheinen. Allerdings fehlen sichtbare Zeichen auch häufig. Aus diesem Grund wird ein Glomustumor oft erst nach Monaten oder sogar Jahren erkannt, weil die Beschwerden zunächst für Nagelpilz, Prellung oder Nervenschmerz gehalten werden.
Zunächst steht das Gespräch: Wann treten die Schmerzen auf, was löst sie aus, und wo genau sitzen sie? Danach untersuchen wir den Nagel und das Nagelbett. Mit einer stumpfen Spitze lässt sich der schmerzhafte Punkt oft auf wenige Millimeter eingrenzen. Zusätzlich kann man die Reaktion auf Kälte prüfen. Hilfreich ist auch die Transillumination: Dabei leuchtet man mit einer Leuchte von der Fingerbeere (Vola) aus durch den Finger und den Nagel, um den Glomustumor sichtbar zu machen. Außerdem gibt es einen Test, bei dem der Schmerz nachlässt, wenn der Arm kurzzeitig abgebunden wird.

Bleibt der Befund unklar, kann ein hochauflösender Ultraschall oder eine Kernspintomographie (MRT) den Knoten sichtbar machen. Sicher bestätigt wird die Diagnose allerdings erst durch die feingewebliche Untersuchung nach der Entfernung.
Da der Knoten gutartig ist, besteht keine Gefahr im Sinne eines Krebsleidens. Allerdings verschwindet er vermutlich nicht von selbst, und die Schmerzen nehmen häufig mit der Zeit zu. Schmerzmittel, Salben oder Kältevermeidung können die Beschwerden höchstens lindern. Wenn der Schmerz Sie im Alltag oder im Schlaf einschränkt, ist die operative Entfernung deshalb die Behandlung der Wahl. Eine andere wirksame Therapie gibt es nach heutigem Wissen nicht.
Der Eingriff erfolgt ambulant in örtlicher Betäubung. Der Finger oder Zeh wird an der Fingerwurzel betäubt (Leitungsanästhesie). Das ist der unangenehmste Moment, danach spüren Sie am Finger nichts mehr.
Oft geht man so vor, dass man einen Teil der Nagelplatte herausstanzt. Durch dieses kleine Fenster lässt sich der Glomustumor vorsichtig herauspräparieren. Wichtig ist, nichts zurückzulassen, denn ein kleiner Rest kann Beschwerden und ein Wiederkehren auslösen. Gegebenenfalls wird die Wunde anschließend mit feinen Nähten verschlossen. Danach erhalten Sie einen Verband. Das entfernte Gewebe wird im Labor untersucht.
An dieser Stelle muss man allerdings sagen: Liegt der Glomustumor weit im Nagelbett, kann eine dauerhafte Nagelwachstumsstörung zurückbleiben.

Viele Patienten berichten, dass der typische stechende Schmerz schon unmittelbar nach dem Eingriff deutlich nachlässt oder verschwindet. In den ersten Tagen kann es allerdings einen Wundschmerz geben, der sich in der Regel gut mit gängigen Schmerzmitteln behandeln lässt. Der Finger sollte in dieser Zeit hochgelagert und geschont werden, und der Verband bleibt trocken.
Die Fäden werden im Allgemeinen nach etwa zwei Wochen entfernt. Wann Sie wieder arbeiten können, hängt von Ihrem Beruf ab. Schreibtischarbeit ist oft nach einigen Tagen wieder möglich, bei handwerklicher Arbeit oder starker Belastung der Hand kann es länger dauern. Der Nagel wächst über einige Monate nach. Wenn der Glomustumor weit im Nagelbett lag, kann eine dauerhafte Nagelwachstumsstörung zurückbleiben.
Das ist möglich. In Studien werden sehr unterschiedliche Raten genannt, und vermutlich liegt es meist daran, dass ein kleiner Rest des Knotens zurückgeblieben ist oder ein zweiter, winziger Knoten bestand. Aus diesem Grund achten wir bei der Operation darauf, den Knoten mit seiner Kapsel vollständig zu entfernen. Kehren die Beschwerden nach Wochen oder Monaten zurück, sollten Sie sich bei uns melden.
Haben Sie stechende Schmerzen unter dem Nagel? Kommen Sie gerne zu uns in die Sprechstunde. Wir untersuchen Sie gründlich und besprechen die passende Therapie für Sie.