| Fakten | |
|---|---|
| Geeignet für | Basaliome und Spinaliome mit hohem Rückfallrisiko, vor allem im Gesicht |
| Betäubung | fast immer örtliche Betäubung |
| Ablauf | zweizeitig: Entfernung, feingewebliche Untersuchung über Nacht, danach Wundverschluss |
| Kosten | zweizeitiges Vorgehen ab etwa 1.500 EUR einschließlich Wundverschluss |
Ein Basaliom wächst nicht immer so, wie es an der Oberfläche aussieht. Manche Basaliome bilden feine Ausläufer, die weit über den sichtbaren Rand hinausreichen. Wird nur das Sichtbare entfernt, bleiben diese Ausläufer zurück, und der Tumor wächst später an derselben Stelle wieder.
Bei der mikrographisch kontrollierten Chirurgie wird deshalb nicht nur geprüft, ob der Tumor im entfernten Gewebe liegt, sondern ob die gesamten Schnittränder frei sind, und zwar an allen Seiten und in der Tiefe. Das Gewebestück wird dafür bei der Entnahme markiert, sodass sich jeder Abschnitt des Randes genau der Wunde zuordnen lässt. Findet der Pathologe an einer Stelle noch Tumorzellen, wird nur dort gezielt nachgeschnitten. In den USA heißt das Verfahren nach dem Chirurgen Frederic Mohs „Mohs-Chirurgie“.

Im Gesicht zählt jeder Millimeter. An Nasenflügel, Lid oder Lippe würde ein großzügiger Sicherheitsabstand zu großen Wunden führen, die sich nur schwer verschließen lassen. Ein zu knapper Schnitt dagegen erhöht das Risiko, dass Tumorreste zurückbleiben. Die mikrographisch kontrollierte Chirurgie löst diesen Widerspruch: Es wird nur so viel Haut entfernt wie nötig und trotzdem sichergestellt, dass der Tumor vollständig entfernt ist. Die Leitlinien empfehlen das Verfahren deshalb für Basaliome mit hohem Rückfallrisiko.
Die Operation verläuft in der Regel in zwei Schritten und fast immer ambulant in örtlicher Betäubung. Am ersten Tag wird das Basaliom mit einem kleinen Sicherheitsabstand entfernt und markiert. Die Wunde wird mit einem Verband geschützt.
Das Gewebe wird über Nacht in Paraffin eingebettet. Das dauert länger als ein Gefrierschnitt, die Präparate lassen sich unter dem Mikroskop jedoch genauer beurteilen. Wird morgens operiert, liegt das Ergebnis in der Regel am nächsten Mittag oder Nachmittag vor. Manchmal sind ein oder mehrere Nachschnitte nötig, bis alle Ränder frei sind.
Erst wenn feststeht, dass der Tumor vollständig entfernt ist, wird die Wunde verschlossen. Kleine Wunden lassen sich manchmal direkt vernähen. Im Gesicht wird meist eine Lappenplastik gewählt, bei der Haut aus der unmittelbaren Nachbarschaft verschoben oder gedreht wird, oder ein Hauttransplantat. Für die gleichmäßige Vorbereitung von Vollhauttransplantaten wurde das Koriotom entwickelt. Ziel ist, Form und Funktion von Nase, Lid oder Lippe zu erhalten und die Narbe in natürliche Hautfalten zu legen.
Am häufigsten wird die mikrographisch kontrollierte Chirurgie beim Basaliom eingesetzt, besonders beim sklerodermiformen Basaliom, bei Rückfällen und bei Basaliomen in der Gesichtsmitte. Auch beim Spinaliom und bei einigen selteneren Hauttumoren kommt sie zum Einsatz.
Untersuchung und Planung des Eingriffs
Entfernung des Tumors in örtlicher Betäubung mit Markierung des Gewebes
Feingewebliche Untersuchung der Schnittränder, bei Bedarf Nachschnitt
Wundverschluss mit Naht, Lappenplastik oder Hauttransplantat