Lipom an der Stirn entfernen lassen

Illustration Lipom an der Stirn: Lipom unter dem Stirnmuskel direkt über der Knochenhaut
Fakten
Lage meist unter dem Stirnmuskel, direkt auf der Knochenhaut
Untersuchung Tastbefund und Ultraschall
Betäubung örtliche Betäubung
Nachsorge einige Tage Schwellung möglich, etwa 14 Tage Verzicht auf Sauna, Sport und Schwimmen
Kosten ab etwa 500 EUR, je nach Aufwand

Kennen Sie das?

  • An Ihrer Stirn hat sich über die Jahre eine Beule gebildet
  • Die Beule fühlt sich fest an und lässt sich kaum verschieben
  • Sie stört Sie beim Blick in den Spiegel oder drückt
Lipom an der Stirn: glatte, gleichmäßig gewölbte Beule unter unveränderter Haut oberhalb der Augenbraue
Typisches Bild eines Lipoms an der Stirn: eine glatte, gleichmäßig gewölbte Beule unter unveränderter Haut.

Warum liegt ein Lipom an der Stirn so tief?

Am Rücken, am Bauch oder am Arm liegt ein Lipom fast immer direkt unter der Haut im Fettgewebe und lässt sich gut verschieben. An der Stirn ist das anders. Dort liegen Lipome meist viel tiefer, unter dem Stirnmuskel oder unter einer Bindegewebsschicht, und sitzen direkt auf der Knochenhaut. In dieser Schicht befindet sich eine lockere Verschiebeschicht, die dafür sorgt, dass die Haut der Stirn über den Knochen gleiten kann. Dort hat ein Lipom offenbar Platz. Warum es gerade dort entsteht, ist allerdings noch nicht abschließend geklärt. Manchmal wird ein Stoß gegen die Stirn als Auslöser vermutet.

Die tiefe Lage erklärt, warum sich ein Stirnlipom fester anfühlt als ein Lipom an anderen Körperstellen. Weil es auf die empfindliche Knochenhaut drückt, kann es außerdem Beschwerden machen.

Illustration Lipom an der Stirn im Querschnitt: Haut, Unterhautgewebe, Stirnmuskel, darunter das Lipom direkt auf der Knochenhaut über dem Stirnknochen
Ein Stirnlipom liegt meist unter dem Stirnmuskel, direkt auf der Knochenhaut.

Beule an der Stirn: Lipom, Atherom oder Osteom?

Hinter einer Beule an der Stirn, die über Jahre langsam wächst, steckt meist eine von drei gutartigen Veränderungen:

  • Lipom: eine Fettgeschwulst, an der Stirn meist tief unter dem Muskel, prall elastisch und wenig verschieblich
  • Atherom (Talgzyste): liegt deutlich oberflächlicher in der Haut oder direkt darunter, oft mit einer kleinen Pore an der Oberfläche
  • Osteom: ein gutartiger Knochenhöcker, der aus dem Stirnbein herauswächst, steinhart und nicht verschieblich

Welche Veränderung vorliegt, lässt sich mit dem Ultraschall in der Regel gut unterscheiden. Davon hängt ab, welche Behandlung sinnvoll ist. Mehr zur Talgzyste lesen Sie auf unserer Seite Atherom entfernen lassen.

Lipom oder Osteom: der Unterschied im Ultraschall

Von außen sehen Lipom und Osteom an der Stirn oft ähnlich aus. Im Ultraschall lassen sie sich jedoch in der Regel gut unterscheiden.

Das Stirnlipom zeigt sich als flache, längliche Struktur unter dem Stirnmuskel. Es liegt der hellen Linie der Knochenoberfläche auf, die darunter glatt und ununterbrochen weiterläuft. Der Ultraschall dringt durch das Lipom hindurch.

Ultraschallbild eines Lipoms an der Stirn: flache, längliche Struktur unter dem Stirnmuskel auf der glatten, hellen Knochenlinie
Ultraschallbild eines Stirnlipoms (im Rahmen): Das Lipom liegt flach auf der glatten Knochenlinie.

Beim Osteom wölbt sich dagegen die helle Knochenlinie selbst zu einem Höcker auf. Darunter entsteht ein dunkler Schallschatten, weil der Ultraschall den Knochen nicht durchdringen kann. Das Osteom ist also ein Teil des Stirnbeins und keine Schwellung darüber. Es fühlt sich steinhart an und lässt sich nicht verschieben.

Ultraschallbild eines Osteoms an der Stirn: die helle Knochenlinie wölbt sich zu einem Höcker auf, darunter ein dunkler Schallschatten
Ultraschallbild eines Osteoms (im Rahmen): Die Knochenlinie wölbt sich auf, darunter liegt ein Schallschatten.
Illustration Osteom an der Stirn: Knochenhöcker, der aus dem Stirnbein unter Knochenhaut, Stirnmuskel und Haut herauswächst
Ein Osteom ist ein gutartiger Knochenhöcker, der aus dem Stirnbein herauswächst.

Osteome entfernen wir in unserer Praxis nicht. Wenn ein Osteom stört, sind Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen oder Neurochirurgen die richtigen Ansprechpartner.

Warum Absaugen oder Fettwegspritze meist nicht helfen

Die einzige anerkannte Behandlung eines Lipoms ist die Operation. Absaugung und Fettwegspritze sind an der Stirn meist nicht wirksam, weil das Lipom tief auf der Knochenhaut liegt und eine feste Kapsel hat. Bleiben Reste zurück, kann das Lipom wieder wachsen.

So läuft die Operation ab

Der Eingriff erfolgt in örtlicher Betäubung. Der Schnitt wird so gelegt, dass er möglichst unauffällig heilt. Dann wird durch das Unterhautgewebe in die Tiefe präpariert und der Stirnmuskel entlang seiner Faserrichtung zur Seite geschoben, statt ihn zu durchtrennen. So lässt sich das Lipom auf der Knochenhaut erreichen und im Ganzen entfernen.

Illustration Stirnlipom im Operationsgebiet: Wundhaken halten Haut und Unterhautgewebe auseinander, der Stirnmuskel ist zur Seite geschoben, darunter das Lipom
Blick in das Operationsgebiet: Der Stirnmuskel ist zur Seite geschoben, darunter liegt das Lipom.

Wichtig ist Erfahrung, denn es genügt nicht, nur das Unterhautgewebe zu öffnen: Wer das dortige Fett für das Lipom hält, lässt das eigentliche Lipom in der Tiefe zurück. Die Wunde wird anschließend in Schichten verschlossen, an der Haut meist mit einer feinen, kosmetischen Naht.

Heilung und Nachsorge

Schwellungen im Bereich der Stirn sind für einige Tage normal und bilden sich von selbst zurück. Manchmal sammelt sich etwas Blut in der Wundhöhle, dann spürt man erneut eine Schwellung. Ein solcher Bluterguss wird in der Regel über einige Wochen abgebaut. Sport, Sauna und Schwimmen sollten Sie für etwa zwei Wochen meiden. Wenn das Lipom vollständig entfernt wurde, kommt es so gut wie nicht wieder.

Allgemeine Informationen zu Lipomen an anderen Körperstellen finden Sie auf unserer Seite Lipom entfernen lassen.

Ablauf Ihrer Stirnlipom-Entfernung

  1. Beratung, Untersuchung und Ultraschall

  2. Entfernung in örtlicher Betäubung

  3. Entfernung der Fäden

Muss ein Lipom an der Stirn entfernt werden?
Nein, nicht zwingend. Lipome sind gutartig. Wenn die Beule nicht stört, kann man abwarten und sie kontrollieren. Die meisten Menschen lassen ein Stirnlipom dennoch entfernen, weil es mitten im Gesicht sichtbar ist, weil es langsam größer wird oder weil es Beschwerden macht.
Kann man ein Stirnlipom absaugen oder mit der Fettwegspritze behandeln?
An der Stirn sind Absaugung und Fettwegspritze meist nicht wirksam. Das Lipom liegt tief auf der Knochenhaut und hat eine feste Kapsel. Nur wenn es vollständig entfernt wird, kommt es in aller Regel nicht wieder.
Kommt das Lipom nach der Operation wieder?
Wenn es gelingt, das Lipom vollständig herauszulösen, kommt es so gut wie nicht wieder. Manchmal bildet sich in der Tiefe Narbengewebe, das sich nach einiger Zeit wie ein neues Lipom anfühlen kann. Im Ultraschall lässt sich das gut unterscheiden.
Ist die Stirn nach der Operation geschwollen?
Schwellungen im Bereich der Stirn sind für einige Tage normal und bilden sich von selbst zurück. Manchmal sammelt sich etwas Blut in der Wundhöhle, man spürt dann erneut eine Schwellung. Ein solcher Bluterguss wird in der Regel über einige Wochen vom Körper abgebaut.
Bleibt eine Narbe sichtbar?
Jeder Schnitt hinterlässt eine Narbe. An der Stirn wird der Schnitt so gelegt, dass er möglichst unauffällig heilt, zum Beispiel in einer Stirnfalte. Im Gesicht heilen Wunden meist gut, und die Narbe verblasst mit der Zeit. Wie sie am Ende aussieht, hängt auch von Ihrer persönlichen Heilungsneigung ab.
Was kostet die Entfernung eines Lipoms an der Stirn?
Die Kosten beginnen bei etwa 500 Euro. Wie hoch sie in Ihrem Fall ausfallen, hängt vom Aufwand ab, vor allem von Größe und Lage des Lipoms.
So können Sie Hilfe bei uns finden
Kommen Sie gerne zu uns in die Sprechstunde. Wir untersuchen die Beule an Ihrer Stirn, auch mit Ultraschall, und besprechen mit Ihnen, ob und wie sie entfernt werden sollte.
Dr. med. Robert Kasten

Verfasst & medizinisch geprüft von

Dr. med. Robert Kasten, Facharzt für Dermatologie

Mitglied: American Society for Dermatologic Surgery, Deutsche Gesellschaft für Dermatochirurgie, Deutsche Gesellschaft für Dermatologie.

Dr. Kasten ist seit 1998 in der ästhetischen und operativen Dermatologie tätig und leitet die Praxis Dr. Kasten Hautmedizin in Mainz.