| Fakten | |
|---|---|
| Lage | meist unter dem Stirnmuskel, direkt auf der Knochenhaut |
| Untersuchung | Tastbefund und Ultraschall |
| Betäubung | örtliche Betäubung |
| Nachsorge | einige Tage Schwellung möglich, etwa 14 Tage Verzicht auf Sauna, Sport und Schwimmen |
| Kosten | ab etwa 500 EUR, je nach Aufwand |

Am Rücken, am Bauch oder am Arm liegt ein Lipom fast immer direkt unter der Haut im Fettgewebe und lässt sich gut verschieben. An der Stirn ist das anders. Dort liegen Lipome meist viel tiefer, unter dem Stirnmuskel oder unter einer Bindegewebsschicht, und sitzen direkt auf der Knochenhaut. In dieser Schicht befindet sich eine lockere Verschiebeschicht, die dafür sorgt, dass die Haut der Stirn über den Knochen gleiten kann. Dort hat ein Lipom offenbar Platz. Warum es gerade dort entsteht, ist allerdings noch nicht abschließend geklärt. Manchmal wird ein Stoß gegen die Stirn als Auslöser vermutet.
Die tiefe Lage erklärt, warum sich ein Stirnlipom fester anfühlt als ein Lipom an anderen Körperstellen. Weil es auf die empfindliche Knochenhaut drückt, kann es außerdem Beschwerden machen.

Hinter einer Beule an der Stirn, die über Jahre langsam wächst, steckt meist eine von drei gutartigen Veränderungen:
Welche Veränderung vorliegt, lässt sich mit dem Ultraschall in der Regel gut unterscheiden. Davon hängt ab, welche Behandlung sinnvoll ist. Mehr zur Talgzyste lesen Sie auf unserer Seite Atherom entfernen lassen.
Von außen sehen Lipom und Osteom an der Stirn oft ähnlich aus. Im Ultraschall lassen sie sich jedoch in der Regel gut unterscheiden.
Das Stirnlipom zeigt sich als flache, längliche Struktur unter dem Stirnmuskel. Es liegt der hellen Linie der Knochenoberfläche auf, die darunter glatt und ununterbrochen weiterläuft. Der Ultraschall dringt durch das Lipom hindurch.

Beim Osteom wölbt sich dagegen die helle Knochenlinie selbst zu einem Höcker auf. Darunter entsteht ein dunkler Schallschatten, weil der Ultraschall den Knochen nicht durchdringen kann. Das Osteom ist also ein Teil des Stirnbeins und keine Schwellung darüber. Es fühlt sich steinhart an und lässt sich nicht verschieben.


Osteome entfernen wir in unserer Praxis nicht. Wenn ein Osteom stört, sind Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen oder Neurochirurgen die richtigen Ansprechpartner.
Die einzige anerkannte Behandlung eines Lipoms ist die Operation. Absaugung und Fettwegspritze sind an der Stirn meist nicht wirksam, weil das Lipom tief auf der Knochenhaut liegt und eine feste Kapsel hat. Bleiben Reste zurück, kann das Lipom wieder wachsen.
Der Eingriff erfolgt in örtlicher Betäubung. Der Schnitt wird so gelegt, dass er möglichst unauffällig heilt. Dann wird durch das Unterhautgewebe in die Tiefe präpariert und der Stirnmuskel entlang seiner Faserrichtung zur Seite geschoben, statt ihn zu durchtrennen. So lässt sich das Lipom auf der Knochenhaut erreichen und im Ganzen entfernen.

Wichtig ist Erfahrung, denn es genügt nicht, nur das Unterhautgewebe zu öffnen: Wer das dortige Fett für das Lipom hält, lässt das eigentliche Lipom in der Tiefe zurück. Die Wunde wird anschließend in Schichten verschlossen, an der Haut meist mit einer feinen, kosmetischen Naht.
Schwellungen im Bereich der Stirn sind für einige Tage normal und bilden sich von selbst zurück. Manchmal sammelt sich etwas Blut in der Wundhöhle, dann spürt man erneut eine Schwellung. Ein solcher Bluterguss wird in der Regel über einige Wochen abgebaut. Sport, Sauna und Schwimmen sollten Sie für etwa zwei Wochen meiden. Wenn das Lipom vollständig entfernt wurde, kommt es so gut wie nicht wieder.
Allgemeine Informationen zu Lipomen an anderen Körperstellen finden Sie auf unserer Seite Lipom entfernen lassen.
Beratung, Untersuchung und Ultraschall
Entfernung in örtlicher Betäubung
Entfernung der Fäden