| Fakten | |
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| Was ist das | gutartige Ansammlung von Pigmentzellen, auch Leberfleck oder Pigmentmal genannt |
| Wer ist betroffen | fast jeder, die meisten Muttermale entstehen in Kindheit und Jugend |
| Ursachen | Veranlagung und Sonne, besonders in der Kindheit |
| Untersuchung | Dermatoskopie, bei vielen Malen digitale Verlaufskontrolle mit Intellimago |
| Behandlung | Entfernung mit Naht und feingeweblicher Untersuchung, bei erhabenen, gutartigen, papillomatösen Malen Abtragung mit Radiowellen |
| Kosten | meist 290 bis 590 EUR |
Muttermale, auch Leberflecken, Pigmentmale oder fachlich Nävi genannt, sind gutartige Ansammlungen von Pigmentzellen in der Haut. Fast jeder Mensch hat welche. Die meisten entstehen in Kindheit und Jugend und nehmen bis etwa zum 30. bis 40. Lebensjahr an Zahl zu. Im höheren Alter bilden sich manche wieder zurück. Muttermale können flach oder erhaben sein und hellbraun, dunkelbraun oder fast hautfarben aussehen. Ein gewöhnliches Muttermal ist rund oder oval, gleichmäßig gefärbt und scharf begrenzt.

Die Veranlagung spielt die größte Rolle. Wer Eltern mit vielen Muttermalen hat, bekommt meist selbst ebenfalls viele. Dazu kommt die Sonne: Vor allem Sonne in der Kindheit führt später zu mehr Pigmentmalen. Auch Solarien fördern die Bildung neuer Male.
Die allermeisten Muttermale bleiben ein Leben lang harmlos. Ein Teil der Melanome entsteht allerdings aus einem bestehenden Muttermal, die meisten entstehen dagegen neu auf unauffälliger Haut. Hinweise auf ein verdächtiges Mal gibt die ABCDE-Regel:
Auffällig ist auch ein Mal, das anders aussieht als alle übrigen, das sogenannte hässliche Entlein. Ein Muttermal, das ohne erkennbaren Grund juckt, blutet oder nässt, sollte ebenfalls untersucht werden. Allerdings gibt die ABCDE-Regel nur einen groben Anhalt und ersetzt nicht die Untersuchung beim Hautarzt. Mehr zu den Warnzeichen finden Sie auf unserer Seite zum Melanom.
Ein dysplastischer oder atypischer Nävus ist ein Muttermal, das unregelmäßiger aussieht als gewöhnliche Male. Typisch sind ein Durchmesser über fünf Millimeter, ein unscharfer Rand und eine ungleichmäßige Färbung, oft mit einem dunkleren Zentrum und einem hellbraunen, verwaschenen Rand. Unter dem Mikroskop zeigt der Pathologe, ob und wie stark die Zellen verändert sind.

Ein dysplastischer Nävus ist gutartig und keine Vorstufe, die zwangsläufig zum Melanom wird. Er ist aber ein Hinweis auf ein erhöhtes Melanomrisiko, und dieses Risiko steigt mit der Zahl der auffälligen Male. Wer sehr viele davon hat, oft zusammen mit sehr vielen gewöhnlichen Muttermalen, hat ein deutlich erhöhtes Risiko, im Laufe des Lebens ein Melanom zu entwickeln. Man spricht dann vom Syndrom der dysplastischen Nävi.
Auffällige Male werden vollständig entfernt und feingeweblich untersucht. Ob nach der Entfernung noch einmal nachgeschnitten werden muss, hängt vom Befund ab: Bei leichten oder mittelgradigen Veränderungen, die vollständig entfernt sind, ist das in der Regel nicht nötig. Bei stark veränderten Zellen wird meist mit einem kleinen Sicherheitsabstand nachoperiert. Für Menschen mit dysplastischen Nävi ist die regelmäßige Kontrolle der gesamten Haut besonders wichtig, je nach Befund alle drei bis zwölf Monate, bei vielen Malen ergänzt durch die digitale Verlaufskontrolle mit Intellimago.
Melanome sind bei Kindern sehr selten. Vor der Pubertät treten sie nur ausnahmsweise auf, bei Jugendlichen etwas häufiger, aber auch dann selten. Dass Kinder neue Muttermale bekommen und diese mit dem Kind mitwachsen, ist normal. Allerdings sehen Melanome bei Kindern häufiger anders aus als bei Erwachsenen: Sie können hautfarben oder rötlich sein und als kleines, erhabenes Knötchen auftreten. Ein Knötchen, das neu entsteht und rasch wächst oder blutet, sollte man deshalb immer ärztlich abklären lassen.
Manche Kinder kommen mit einem Muttermal zur Welt, man spricht von einem angeborenen Nävus. Kleine angeborene Muttermale haben ein sehr geringes Risiko, das sich kaum von dem gewöhnlicher Muttermale unterscheidet. Bei sehr großen angeborenen Malen ist das Risiko erhöht, diese Kinder werden in der Regel in spezialisierten Hautkliniken betreut.
Der wichtigste Schutz ist ein vernünftiger Umgang mit der Sonne: Säuglinge nicht in die direkte Sonne, ältere Kinder in der Mittagszeit in den Schatten, dazu Kleidung, Hut und Sonnenschutzmittel. Solarien sind für Minderjährige in Deutschland verboten. Tipps finden Sie in unserem Sonnenschutz-Ratgeber.
Ein Hautarzt beurteilt Muttermale mit dem Dermatoskop, einem beleuchteten Vergrößerungsgerät, mit dem man durch die oberste Hautschicht hindurch Strukturen und Farbmuster erkennt. So lässt sich meist gut einschätzen, ob ein Mal harmlos ist oder genauer untersucht werden sollte. Die Untersuchung ist schmerzfrei und auch für Kinder gut geeignet. Bei vielen Muttermalen hilft die digitale Videodermatoskopie: Auffällige Male werden fotografiert und bei der nächsten Untersuchung mit den alten Aufnahmen verglichen. Mehr dazu auf unserer Seite zur Hautkrebsvorsorge.
Diese Sorge hört man oft, sie ist aber unbegründet. Ob aus einem Pigmentmal ein Melanom entsteht, hängt von Veränderungen im Erbgut der Pigmentzellen ab. Ein Schnitt, eine Probeentnahme oder eine Verletzung beim Rasieren lösen diese nicht aus. Auch bei einem Melanom verschlechtert eine Probeentnahme nach großen Untersuchungen den Verlauf nicht. Trotzdem wird ein verdächtiges Mal in der Regel nicht nur angeschnitten, sondern vollständig mit einem kleinen Rand entfernt, damit der Pathologe das ganze Mal beurteilen kann. Ein vollständig entferntes Muttermal wächst nicht nach, und durch die Entfernung entstehen auch nicht an anderer Stelle mehr Muttermale.
Verdächtige Muttermale werden ambulant in örtlicher Betäubung vollständig herausgeschnitten. Damit sich die Wunde gut verschließen lässt und eine feine Narbe entsteht, schneidet man spindelförmig, möglichst entlang der natürlichen Hautlinien, und verschließt die Wunde mit einer Naht. Das Gewebe wird feingeweblich untersucht, das Ergebnis liegt meist nach etwa einer Woche vor. Sehr große Muttermale lassen sich in mehreren Schritten entfernen, man spricht von einer Serienexzision.
Wir operieren so, dass die Wunde möglichst gut heilt und dadurch eine möglichst unauffällige Narbe entsteht. Eine feine Narbe lässt sich allerdings nicht in jedem Fall garantieren. An manchen Körperstellen, etwa am Rücken und im Schulterbereich, werden Narben durch den Zug der Haut häufig breiter. An den Unterschenkeln kommt es häufiger zu Wundheilungsstörungen.
Erhabene, eindeutig gutartige Muttermale mit warzenähnlicher, sogenannter papillomatöser Oberfläche, die aus ästhetischen Gründen oder beim Rasieren stören, können auch schonend mit Radiowellen abgetragen werden. Dann ist keine Naht nötig. Bei jedem Verdacht auf Bösartigkeit ist jedoch die vollständige Entfernung mit feingeweblicher Untersuchung der richtige Weg.
Untersuchung mit dem Dermatoskop
Bei Bedarf Aufnahmen mit Intellimago für die Verlaufskontrolle
Entfernung in örtlicher Betäubung und feingewebliche Untersuchung
Besprechung des Befunds und Festlegung des Kontrollabstands