| Fakten | |
|---|---|
| Behandlungsdauer | meist 20 bis 40 Minuten |
| Betäubung | örtliche Betäubung |
| Gesellschaftsfähigkeit | Verband, ggf. Sorglospflaster |
| Nachsorge | 14 Tage Verzicht auf Sauna, Sport und Schwimmen |
| Kosten | ab etwa 400 EUR, je nach Aufwand |
Lipome an der Stirn sitzen meist unter dem Stirnmuskel direkt auf der Knochenhaut. Deshalb fühlen sie sich fester an als an anderen Stellen, und die Operation wird anders geplant. Abgrenzung zu Atherom und Osteom, Ablauf, Heilung und Kosten.
Ein Lipom ist eine gutartige Geschwulst aus Fettgewebe. Es liegt meist im Unterhautgewebe und ist von einer dünnen Kapsel aus Bindegewebe umgeben. Man tastet es als weichen bis prall elastischen Knoten, der sich meist gut verschieben lässt. Lipome können wenige Millimeter klein sein, aber auch über viele Jahre auf mehrere Zentimeter anwachsen. Sie kommen an fast allen Körperstellen vor, besonders häufig am Rücken, an den Schultern, am Bauch, an den Armen und Beinen. Eine Besonderheit ist die Stirn: Dort liegen Lipome meist tief unter dem Stirnmuskel.

Warum Lipome entstehen, ist nicht abschließend geklärt. Eine Rolle spielt vermutlich die Veranlagung: Wer mehrere Lipome hat, hat oft auch Eltern oder Geschwister mit Lipomen. Mit dem Körpergewicht hängen Lipome dagegen kaum zusammen. Sie verschwinden auch nicht, wenn man abnimmt.
Nicht jeder Knoten unter der Haut ist ein Lipom. Ähnlich anfühlen können sich zum Beispiel Talgzysten (Atherome), vergrößerte Lymphknoten, Narbengewebe oder an der Stirn ein Knochenhöcker (Osteom). Sehr selten steckt hinter einem Knoten ein bösartiger Weichteiltumor, das Liposarkom. Es wächst meist schneller, fühlt sich derber an und sitzt häufig tiefer, zum Beispiel am Oberschenkel. Mit der Untersuchung und einem Ultraschall lässt sich in den meisten Fällen gut einschätzen, worum es sich handelt. Wächst ein Knoten rasch, wird hart oder schmerzt, sollten Sie ihn zeitnah ärztlich untersuchen lassen.
Lipome sind gutartig. Wenn ein Lipom über Jahre gleich bleibt und keine Beschwerden macht, kann man es in Ruhe lassen und kontrollieren. Viele Menschen lassen ein Lipom trotzdem entfernen, weil es sichtbar stört, beim Tragen von Kleidung oder Rucksack drückt oder weil es langsam größer wird. Schmerzen können entstehen, wenn ein Lipom auf Nerven drückt. Typisch sind sie auch beim Angiolipom, einer Variante mit vielen kleinen Blutgefäßen, die oft in größerer Zahl an Armen und Rumpf auftritt. Je kleiner ein Lipom bei der Entfernung ist, desto kleiner sind in der Regel auch Schnitt und Narbe.
Immer wieder wird versucht, Lipome ohne Operation zu beseitigen, etwa durch Absaugen wie bei einer Fettabsaugung oder mit der sogenannten Fettwegspritze (Deoxycholsäure). Beide Verfahren führen meist nicht zum Ziel. Das Fettgewebe eines Lipoms ist fester als normales Unterhautfett und von einer Kapsel umgeben. Beim Absaugen bleiben deshalb häufig Reste zurück, und nach Fettwegspritzen bleibt oft ein verhärteter Knoten bestehen. Cremes, Tabletten oder eine Ernährungsumstellung sind ebenfalls wirkungslos. Eine dauerhafte Lösung bietet in aller Regel nur die vollständige operative Entfernung.
Die allermeisten Lipome lassen sich ambulant in örtlicher Betäubung entfernen. Der Schnitt kann oft kleiner sein als das Lipom selbst, weil sich das weiche Fettgewebe durch eine kleine Öffnung herauslösen lässt. Lipome am Rumpf sind allerdings häufig fester mit der Umgebung verwachsen, dann ist der Aufwand größer. Nach der Entfernung wird die Wunde in Schichten genäht. Das entfernte Gewebe wird feingeweblich untersucht, damit die Diagnose gesichert ist.
In den ersten Tagen sind eine Schwellung und manchmal ein Bluterguss normal. Sauna, Sport und Schwimmen sollten Sie für etwa zwei Wochen meiden. Die Narbe ist in der Regel kürzer als der Durchmesser des Lipoms. Bei großen Lipomen kann an der Stelle eine leichte Einsenkung zurückbleiben, weil das Lipom das umgebende Fettgewebe über Jahre zur Seite gedrückt hat. Wird ein Lipom vollständig entfernt, kommt es an derselben Stelle nur sehr selten wieder. Bei entsprechender Veranlagung können an anderen Stellen jedoch neue Lipome entstehen.
Beratung und Untersuchung
Entfernung in örtlicher Betäubung
Entfernung der Fäden