| Fakten | |
|---|---|
| Reihenfolge | Mittagssonne meiden, Kleidung und Hut, Sonnenbrille, Sonnenschutzmittel für den Rest |
| UV-Index | ab 3 Schutz nötig, ab 8 mittags möglichst nicht ins Freie |
| Sonnencreme | UVA- und UVB-Schutz, Lichtschutzfaktor 30 bis 50, großzügig auftragen, nach zwei Stunden und nach dem Baden erneuern |
| Kinder | Säuglinge nicht in die direkte Sonne, Sonnenbrände unbedingt vermeiden |
| Solarium | besser ganz verzichten |
UV-Strahlung ist die wichtigste vermeidbare Ursache von Hautkrebs. Die Sonne sendet zwei Arten von UV-Strahlung aus, die beide die Haut schädigen. UVB-Strahlung verursacht den Sonnenbrand. UVA-Strahlung dringt tiefer in die Haut ein, geht auch durch Wolken und Fensterglas und lässt die Haut vorzeitig altern. Beide können Hautkrebs auslösen.
Wiederholte Sonnenbrände in Kindheit und Jugend erhöhen vor allem das Risiko für Basaliome und das Melanom. Die über Jahrzehnte gesammelte Sonne führt zu aktinischen Keratosen und Spinaliomen. Auch ein großer Teil der sichtbaren Hautalterung, also Falten, Pigmentflecken und ein unebener Teint, geht auf die Sonne zurück. Sonnenschutz ist deshalb nicht nur Hautkrebsvorsorge, sondern auch ein wichtiger Baustein unseres Skin-Longevity-Konzepts.
Die S3-Leitlinie zur Prävention von Hautkrebs empfiehlt eine klare Reihenfolge. Sonnencreme steht dabei nicht an erster, sondern an letzter Stelle.

Wichtig ist auch: Sonnencreme soll nicht dazu dienen, länger in der Sonne zu bleiben. Nachcremen erhält den Schutz, verlängert die Schutzzeit aber nicht.
Der UV-Index gibt an, wie stark die sonnenbrandwirksame Strahlung ist. Er wird täglich zum Beispiel vom Deutschen Wetterdienst veröffentlicht. Ab einem Wert von 3 ist Sonnenschutz nötig, bei Werten von 3 bis 7 sollte man mittags den Schatten suchen, ab 8 mittags möglichst nicht ins Freie gehen. Die Sonne wird häufig unterschätzt: Schon im Frühjahr kann die UV-Strahlung so stark sein wie im Hochsommer, auch bei bewölktem Himmel kommt viel Strahlung an, und Wasser, Sand und Schnee werfen zusätzlich Strahlung zurück.
Mineralische und moderne chemische Filter schützen gleichermaßen gut. Dass einige chemische Filter im Blut nachweisbar sind, bedeutet nicht, dass sie schaden. Ein gesundheitlicher Schaden beim Menschen ist bisher nicht belegt. Sonnencremes aus der Europäischen Union, der Schweiz und den USA erfüllen strenge Sicherheitsvorgaben. Hausgemachte Sonnencremes oder Öle wie Kokosöl bieten keinen verlässlichen Schutz.
Kinderhaut ist besonders empfindlich, und Sonnenbrände in der Kindheit erhöhen das Hautkrebsrisiko im späteren Leben deutlich. Säuglinge gehören nicht in die direkte Sonne. Bei Kindern stehen Schatten, Kleidung, Sonnenhut und Sonnenbrille an erster Stelle. Für die freien Stellen eignen sich mineralische Sonnencremes, bei denen man am weißen Schimmer erkennt, welche Stellen schon eingecremt sind.
Nein. Auch die UV-Strahlung im Solarium erhöht das Hautkrebsrisiko und lässt die Haut altern. Ein Vorbräunen schützt kaum vor einem Sonnenbrand. In Deutschland ist das Solarium für Minderjährige verboten. Am besten verzichtet man ganz darauf.
Manche Medikamente verstärken die Wirkung des Sonnenlichts. Dazu gehören bestimmte Antibiotika wie Tetrazykline und Chinolone, das Entwässerungsmittel Hydrochlorothiazid, einige Mittel gegen erhöhte Blutfette und auch pflanzliche Mittel wie Johanniskraut. Schon eine kurze Sonnenbestrahlung kann dann zu Rötung, Schwellung oder einer Art Verbrennung führen. Wer solche Medikamente einnimmt, sollte sich besonders konsequent schützen und bei einer Hautreaktion einen Hautarzt aufsuchen. Auch das Solarium ist dann tabu.
Ein Sonnenbrand zeigt sich meist einige Stunden nach dem Sonnenbad und erreicht nach etwa einem Tag seinen Höhepunkt. Auch eine leichte Rötung bedeutet, dass die Erbsubstanz der Hautzellen geschädigt wurde. Kühlende Umschläge und eine kortisonhaltige Creme lindern die Entzündung, ein entzündungshemmendes Schmerzmittel kann zusätzlich helfen, sofern man es verträgt. Bei Blasen auf größeren Flächen, Fieber oder Kreislaufbeschwerden sollte man einen Arzt aufsuchen. Die verbrannte Haut sollte bis zur Abheilung vor weiterer Sonne geschützt werden.
Vitamin D wird mit Hilfe von UVB-Strahlung in der Haut gebildet. Nach der S3-Leitlinie reicht es meist aus, Gesicht, Hände und Arme zwei- bis dreimal pro Woche kurz ungeschützt der Sonne auszusetzen, und zwar etwa halb so lange, wie es bis zu einem Sonnenbrand dauern würde. Ein Sonnenbrand ist dafür nie nötig. Sonnencreme verhindert die Bildung von Vitamin D im Alltag kaum, weil sie fast nie so dick und lückenlos aufgetragen wird wie im Labor.
Wer die Sonne konsequent meidet, zum Beispiel nach Hautkrebs oder bei sehr hohem Risiko, kann den Vitamin-D-Spiegel im Blut bestimmen lassen und bei einem Mangel Vitamin D einnehmen. Auch insgesamt ist ein vernünftiger Umgang mit der Sonne sinnvoll: weder gedankenloses Sonnenbaden noch völliges Meiden.
Nahrungsergänzungsmittel wie Selen, Vitamin A oder Beta-Karotin schützen nach der S3-Leitlinie nicht vor Hautkrebs. Drei Mittel werden in Studien jedoch diskutiert:
Nicotinamid: Nicotinamid ist eine Form von Vitamin B3. In Studien senkte die tägliche Einnahme bei Menschen, die bereits hellen Hautkrebs hatten, das Risiko für neue Tumoren, am deutlichsten beim Spinaliom, aber auch beim Basaliom. Die Wirkung scheint am größten, wenn früh nach dem ersten Hautkrebs begonnen wird, und hält nur an, solange man es einnimmt. Vor dem Melanom schützt es nach bisherigen Daten nicht. In den Leitlinien ist Nicotinamid bisher nicht allgemein empfohlen. Gemeint ist Nicotinamid, nicht das ähnlich klingende Niacin. Ob die Einnahme sinnvoll ist, sollte man mit einem Hautarzt besprechen.
Kaffee: Mehrere große Beobachtungsstudien und Zusammenfassungen dieser Studien zeigen, dass Menschen, die regelmäßig koffeinhaltigen Kaffee trinken, seltener an Basaliomen erkranken, und zwar umso seltener, je mehr Kaffee sie trinken. Auch für das Melanom fand sich ein geringeres Risiko. Bei entkoffeiniertem Kaffee zeigte sich dieser Zusammenhang nicht sicher, und für das Spinaliom ergab sich kein klares Bild. Allerdings handelt es sich um Beobachtungsstudien. Ob der Kaffee selbst schützt oder andere Lebensgewohnheiten eine Rolle spielen, ist nicht bewiesen. Kaffee ersetzt deshalb keinen Sonnenschutz, und wer keinen Kaffee verträgt, sollte deshalb nicht damit anfangen.
Farnextrakt (Polypodium leucotomos): Der Extrakt aus einem mittelamerikanischen Farn wird als Kapsel eingenommen. In Studien machte er die Haut etwas weniger empfindlich gegenüber der Sonne: Bis zur Rötung war etwa ein Viertel mehr UV-Strahlung nötig. Außerdem verringerte er Entzündungsreaktionen in der Haut. Er kann deshalb zum Beispiel bei einer Sonnenallergie, der polymorphen Lichtdermatose, eine sinnvolle Ergänzung sein. Ob er auch vor Hautkrebs schützt, ist beim Menschen bisher nicht belegt. Er ersetzt weder Kleidung noch Sonnencreme.
Neben dem Sonnenschutz ist die regelmäßige Hautkrebsvorsorge wichtig. Je früher Hautkrebs erkannt wird, desto einfacher lässt er sich behandeln. Wer viele Muttermale hat, schon einmal Hautkrebs hatte oder ein geschwächtes Immunsystem hat, sollte besonders regelmäßig zur Kontrolle gehen.