FRAX-PDT

Illustration FRAX-PDT: feine Laserkanäle in einem oberflächlichen Hauttumor, gefüllt mit PDT-Salbe
Fakten
Geeignet für aktinische Keratosen, oberflächliche Basaliome, Morbus Bowen
Prinzip fraktionierter CO2-Laser (eCO2 von Lutronic), danach PDT-Salbe und Belichtung mit rotem Licht
Betäubung örtliche Betäubung vor der Laserbehandlung
Dauer Einwirkzeit der Salbe zwei bis drei Stunden, danach die Belichtung
Heilung Rötung und Krusten, die Haut normalisiert sich meist nach 10 bis 14 Tagen
Nachkontrolle nach etwa acht bis zehn Wochen, bei Bedarf dann eine weitere Behandlung

Was ist die FRAX-PDT?

Die FRAX-PDT ist eine Weiterentwicklung der photodynamischen Therapie. Sie wird vor allem bei Vorstufen von hellem Hautkrebs eingesetzt, den aktinischen Keratosen, außerdem beim Morbus Bowen und bei kleinen oberflächlichen Basaliomen. Der Name setzt sich aus zwei Teilen zusammen: FRAX steht für die fraktionierte Laserbehandlung, PDT für die photodynamische Therapie.

Wie wirkt die photodynamische Therapie?

Bei der photodynamischen Therapie wird eine Salbe mit dem Wirkstoff Aminolävulinsäure auf die erkrankte Haut aufgetragen. Zellen mit einem gesteigerten Stoffwechsel, wie Krebszellen und ihre Vorstufen, wandeln diesen Wirkstoff vermehrt in lichtempfindliche Substanzen um. Wird die Haut danach mit rotem Licht bestrahlt, entstehen in diesen Zellen Sauerstoffradikale, die sie zerstören. Gesunde Haut wird dabei weitgehend geschont, weil sie den Wirkstoff kaum anreichert.

Nach der S3-Leitlinie gehört die photodynamische Therapie zu den empfohlenen Behandlungen bei aktinischen Keratosen, besonders wenn größere Hautflächen betroffen sind.

Warum zusätzlich ein Laser?

Bei der klassischen photodynamischen Therapie muss die Salbe von oben durch die Haut in die erkrankten Zellen eindringen. In den oberen Schichten kommt viel Wirkstoff an, in der Tiefe nur wenig. Dickere Veränderungen werden deshalb oft nicht vollständig erfasst, und es sind mehrere Sitzungen nötig.

Illustration klassische PDT: Salbe auf der Hautoberfläche, Wirkstoff vor allem in den oberen Schichten des Tumors, in der Tiefe nur wenig Wirkstoff
Bei der klassischen PDT dringt der Wirkstoff nur von oben ein. In der Tiefe kommt wenig an.

Bei der FRAX-PDT wird die Haut vorher mit einem fraktionierten CO2-Laser behandelt, dem eCO2 von Lutronic. Er trägt die Haut nicht flächig ab, sondern erzeugt viele feine Kanäle. In diese Kanäle fließt die Salbe und verteilt sich von dort auch in der Tiefe und zu den Seiten. Mehrere Studien zeigen, dass die photodynamische Therapie dadurch wirksamer wird. Oft sind weniger Sitzungen nötig als bei der klassischen PDT.

Illustration FRAX-PDT: feine Laserkanäle in einem oberflächlichen Tumor, gefüllt mit PDT-Salbe, der Wirkstoff verteilt sich auch in der Tiefe
Bei der FRAX-PDT bringen feine Laserkanäle den Wirkstoff auch in die tieferen Anteile.

Gegenüber einer reinen Laserabtragung hat die Kombination einen weiteren Vorteil: Der Laser muss die Haut nicht vollständig abtragen, sodass das gesunde Gewebe geschont wird. Die photodynamische Therapie unterscheidet an den Rändern besser zwischen kranken und gesunden Zellen.

Wie läuft die Behandlung ab?

Zuerst wird die Haut örtlich betäubt. Dann wird sie mit dem fraktionierten CO2-Laser (eCO2 von Lutronic) vorbehandelt. Danach wird die PDT-Salbe aufgetragen und wirkt zwei bis drei Stunden ein. Anschließend wird die Haut mit rotem Licht belichtet. Während der Belichtung brennt oder sticht die Haut meist deutlich, Kühlung macht das erträglicher.

Was passiert nach der Behandlung?

Die Reaktion sieht aus wie eine Verbrennung. Die behandelten Stellen röten sich, schwellen an und bilden Krusten. In den ersten drei bis vier Tagen ist die Reaktion am stärksten, meist normalisiert sich die Haut nach 10 bis 14 Tagen. Bei Menschen, die zu Rosazea neigen, können vorübergehend Pusteln auftreten. Manchmal bleibt eine Rötung länger bestehen oder die behandelte Haut wird dauerhaft etwas heller. Weil die FRAX-PDT stärker wirkt, können solche Aufhellungen häufiger auftreten als bei der klassischen PDT, selten auch Narben.

Zur Pflege wird die verordnete Creme zweimal täglich aufgetragen. Duschen und Haarewaschen sind in der Regel am nächsten Tag möglich, Sport nach etwa zwei bis drei Tagen. Auf Schwimmbad und Sauna sollten Sie verzichten, bis sich die Krusten gelöst haben. Ob die Behandlung erfolgreich war, lässt sich nach etwa acht bis zehn Wochen beurteilen.

Wo liegen die Grenzen?

Bei der FRAX-PDT wird kein Gewebe herausgeschnitten und feingeweblich untersucht. Ob die Veränderung vollständig beseitigt ist, lässt sich deshalb nur mit dem Auge und dem Dermatoskop beurteilen. Bei aktinischen Keratosen und Morbus Bowen ist das meist ausreichend. Beim Basaliom ist die Operation das sicherste Verfahren, die FRAX-PDT kommt nur für kleine oberflächliche Formen in Frage, und das Rückfallrisiko ist höher. Bei einem flachen Spinaliom kann sie in ausgewählten Fällen erwogen werden, nachdem der Tumor zuvor abgetragen wurde. Für knotige und tiefer reichende Tumoren ist sie nicht geeignet.

Auch nach einer erfolgreichen Behandlung können an anderen Stellen neue aktinische Keratosen entstehen, weil die Haut über Jahrzehnte Sonne abbekommen hat. Regelmäßige Kontrollen beim Hautarzt und ein konsequenter Sonnenschutz gehören deshalb dazu.

Wird die FRAX-PDT auch bei anderen Erkrankungen eingesetzt?

Ja, zum Beispiel bei hartnäckigen Viruswarzen. Die photodynamische Therapie wird außerdem bei therapieresistenter Akne eingesetzt. Mehr zur klassischen photodynamischen Therapie lesen Sie auf der Seite Photodynamische Therapie.

FRAX-PDT im Skin-Longevity-Konzept

Die FRAX-PDT spielt eine Doppelrolle in unserem Skin-Longevity-Konzept. Sie behandelt aktinische Keratosen und Vorstufen von hellem Hautkrebs und erneuert dabei zugleich die oberen Hautschichten. Diese Verbindung aus medizinischer Vorsorge und sichtbarer Hautverbesserung macht sie zu einem wichtigen Baustein der langfristigen Hautgesundheit. Im Skin-Longevity-Jahresprotokoll kann sie mit Polynukleotiden, dem LaseMD-Laser oder Sculptra kombiniert werden.

Ablauf der FRAX-PDT

  1. Untersuchung und Beratung

  2. Örtliche Betäubung und Vorbehandlung mit dem fraktionierten CO2-Laser

  3. Auftragen der PDT-Salbe und Einwirkzeit von zwei bis drei Stunden

  4. Belichtung mit rotem Licht

  5. Nachkontrolle nach etwa acht bis zehn Wochen

Was bedeutet FRAX-PDT?
Der Begriff setzt sich aus zwei Teilen zusammen: FRAX steht für die fraktionierte Laserbehandlung, bei der die Haut nicht flächig, sondern in feinen Punkten behandelt wird. PDT steht für photodynamische Therapie, bei der eine Salbe die kranken Zellen lichtempfindlich macht und anschließend belichtet wird. Andere Bezeichnungen sind laserassistierte PDT oder Power-PDT.
Ist die FRAX-PDT wirksamer als die klassische PDT?
Mehrere Studien zeigen, dass die Vorbehandlung mit einem fraktionierten Laser die Wirkung der photodynamischen Therapie verstärkt, vor allem bei dickeren Veränderungen. Oft sind dadurch weniger Sitzungen nötig. Weil die Wirkung stärker ist, kann allerdings auch die Hautreaktion stärker ausfallen.
Wie oft muss behandelt werden?
Oft reicht eine Sitzung. Bei dickeren Veränderungen, bei oberflächlichen Basaliomen oder wenn bei der Kontrolle noch Reste zu sehen sind, kann eine weitere Behandlung nötig sein. Das wird bei der Nachkontrolle nach etwa acht bis zehn Wochen entschieden.
Ist die Behandlung schmerzhaft?
Vor der Laserbehandlung wird die Haut örtlich betäubt, sodass der Laser selbst kaum zu spüren ist. Während der Belichtung brennt oder sticht die Haut meist deutlich. Kühlung macht das erträglicher. Nach der Behandlung kann die Haut noch einige Stunden brennen.
Wie pflege ich die Haut nach der Behandlung?
Tragen Sie die verordnete Creme zweimal täglich auf. Duschen und Haarewaschen sind in der Regel am nächsten Tag möglich, Sport nach etwa zwei bis drei Tagen. Auf Schwimmbad und Sauna sollten Sie verzichten, bis sich die Krusten gelöst haben. In den Wochen danach ist ein konsequenter Sonnenschutz wichtig.
Kann die FRAX-PDT eine Operation ersetzen?
Bei aktinischen Keratosen und Morbus Bowen oft ja. Bei Basaliomen kommt sie nur für kleine oberflächliche Formen in Frage. Weil bei der FRAX-PDT kein Gewebe feingeweblich untersucht wird, lässt sich nicht sicher nachweisen, dass alles beseitigt ist. Das Rückfallrisiko ist deshalb höher als nach einer Operation.
Werden die Kosten erstattet?
Bei aktinischen Keratosen, oberflächlichen Basaliomen und Morbus Bowen ist die FRAX-PDT eine medizinisch notwendige Behandlung und wird nach der Gebührenordnung für Ärzte abgerechnet. Private Krankenversicherung und Beihilfe übernehmen sie grundsätzlich, allerdings oft nicht vollständig. Bei aufwendigen Behandlungen setzen wir häufig einen Steigerungsfaktor oberhalb des 3,5-fachen Satzes an, was vor der Behandlung schriftlich vereinbart wird. Private Krankenversicherung und Beihilfe erstatten in der Regel höchstens bis zum 3,5-fachen Satz, den Differenzbetrag tragen Sie dann selbst.
So können Sie Hilfe bei uns finden
Kommen Sie gerne zu uns in die Sprechstunde. Wir untersuchen Ihre Haut und besprechen mit Ihnen, ob eine FRAX-PDT oder eine andere Behandlung für Sie die richtige ist.
Dr. med. Robert Kasten

Verfasst & medizinisch geprüft von

Dr. med. Robert Kasten, Facharzt für Dermatologie

Mitglied: American Society for Dermatologic Surgery, Deutsche Gesellschaft für Dermatochirurgie, Deutsche Gesellschaft für Dermatologie.

Dr. Kasten ist seit 1998 in der ästhetischen und operativen Dermatologie tätig und leitet die Praxis Dr. Kasten Hautmedizin in Mainz.