| Fakten | |
|---|---|
| Einsatz | Wundverschluss nach Entfernung von Hautkrebs, vor allem im Gesicht |
| Verfahren | Lappenplastik mit Haut aus der Nachbarschaft oder Vollhauttransplantat |
| Betäubung | örtliche Betäubung, bei größeren Flächen Tumeszenzanästhesie, ambulant |
| Dauer | je nach Größe und Lage etwa eine halbe bis eineinhalb Stunden |
| Fäden | im Gesicht meist nach etwa einer Woche |
| Schonung | kein Sport, kein Schwimmbad und keine Sauna für etwa zwei bis drei Wochen |
| Kosten | je nach Aufwand ab etwa 700 EUR, bei zweizeitigem Vorgehen ab etwa 1.500 EUR |
Nach der Entfernung eines Hauttumors entsteht eine Wunde, die verschlossen werden muss. Am Rücken oder am Arm gelingt das meist mit einer einfachen Naht. Im Gesicht ist das oft nicht möglich. An der Nase ist die Haut wenig dehnbar, und Nasenflügel, Nasenspitze, Lider und Lippen haben sogenannte freie Ränder. Wird hier zu viel Spannung aufgebaut oder die Zugrichtung falsch gewählt, verziehen sich diese Ränder. An der Nase kann dabei sogar die Nasenatmung leiden.
Bei der Planung stehen deshalb drei Ziele in einer festen Reihenfolge: Zuerst muss der Tumor vollständig entfernt sein, dafür eignet sich im Gesicht besonders die mikrographisch kontrollierte Chirurgie. An zweiter Stelle steht die Funktion, etwa die Nasenatmung oder der Lidschluss. An dritter Stelle steht das kosmetische Ergebnis. Ein erfahrener Operateur behält alle drei Ziele von Anfang an im Blick.
Bei einer Lappenplastik wird Haut aus der unmittelbaren Umgebung der Wunde gelöst und in die Wunde verschoben, gedreht oder geschwenkt. Der Hautlappen bleibt an einer Seite mit der umgebenden Haut verbunden und wird über diesen Stiel weiter mit Blut versorgt. Weil die Haut aus der Nachbarschaft stammt, passt sie in Farbe, Dicke und Oberfläche meist sehr gut.
Welche Technik gewählt wird, hängt von Lage, Größe und Form der Wunde und von der Beweglichkeit der umgebenden Haut ab. Die folgenden Beispiele zeigen die wichtigsten Verfahren.
Die einfachste Form ist die Mobilisationslappenplastik oder Dehnungslappenplastik, eine einfache Hautlappenplastik. Der Tumor wird spindelförmig entfernt, die Wunde ist dabei etwa dreimal so lang wie breit. So lässt sie sich später ohne Hautwülste an den Enden verschließen. Anschließend wird die Haut zu beiden Seiten der Wunde in der Unterhaut gelöst, man spricht von Unterminierung. Sie reicht auf jeder Seite etwa so weit, wie die Wunde breit ist. Dadurch werden die Wundränder beweglich und lassen sich spannungsarm vernähen.

Wie lang wird die OP-Naht? Weil die Wunde etwa dreimal so lang wie breit angelegt wird, ist die Naht deutlich länger als der Tumor selbst. Misst der Tumor mit Sicherheitsabstand etwa einen Zentimeter im Durchmesser, wird die Naht also etwa drei Zentimeter lang. Das ist notwendig, damit sich die Haut an den Enden glatt anlegt und keine Hautwülste stehen bleiben.

Beim Transpositionslappen wird ein Hautlappen neben der Wunde umschnitten und über einen Streifen gesunder Haut hinweg in die Wunde geschwenkt. Auf der gegenüberliegenden Seite der Wunde entsteht dabei oft ein kleiner Hautüberschuss. Er wird als schmales Dreieck entfernt, damit sich die Haut glatt anlegt. Eine bewährte Form ist der Lappen im Winkel von etwa 30 Grad. Am Ende der Schnittführung kann eine kleine M-förmige Schnittführung, die sogenannte M-Plastik, die Narbe verkürzen. Der Lappen wird so ausgerichtet, dass die Nähte möglichst entlang der natürlichen Spannungslinien der Haut verlaufen.

An der Nase wird für Wunden am Nasenflügel häufig Haut aus der Nasolabialfalte verwendet, also aus der Falte zwischen Nasenflügel und Mundwinkel. Dort ist meist genug Haut vorhanden, und die Narbe der Entnahmestelle liegt später in der Falte. Am Nasenflügel und an der Spitze des Lappens werden kleine Hautdreiecke entfernt, damit sich die Haut glatt anlegt.


Eine Sonderform ist der zweilappige Transpositionslappen, englisch Bilobed Flap. Hier werden zwei hintereinander liegende Hautlappen umschnitten. Der erste Lappen füllt die Wunde, der zweite den Platz des ersten, und die Entnahmestelle des zweiten Lappens wird direkt vernäht. So verteilt sich die Spannung auf eine größere Fläche. Diese Technik eignet sich vor allem für kleinere Wunden an Nasenflügel und Nasenspitze, wo die Haut wenig dehnbar ist.
Ist die Wunde am Nasenflügel tief oder fehlt Stützgewebe, kann der Nasenflügel beim Einatmen einfallen. Dann wird zusätzlich ein schmaler Knorpelstreifen aus der Ohrmuschel eingesetzt, eine sogenannte Knorpelspange. Sie stützt den Nasenflügel und hilft, die Nasenatmung zu erhalten. Darüber wird der Hautlappen eingenäht. An der Ohrmuschel bleibt meist nur eine kleine, unauffällige Narbe.

Beim Insellappen wird ein meist dreieckiger Hautlappen rundum umschnitten. Er bleibt nur über das darunterliegende Gewebe mit Blut versorgt und wird wie eine Insel in die Wunde vorgeschoben. Die Entnahmestelle wird anschließend zu einer geraden Naht verschlossen. An der Nase lassen sich so Wunden oberhalb des Nasenflügels verschließen, ohne den Nasenflügel zu verziehen.


Eine besondere Form ist der muskulär gestielte Insellappen. Hier bleibt der Hautlappen mit einem darunterliegenden Muskel verbunden, an der Nase zum Beispiel mit dem Nasenmuskel. Der Muskel versorgt den Lappen zuverlässig mit Blut und macht ihn zugleich gut verschiebbar.

Beim Rotationslappen wird die Haut in einem Bogen in die Wunde gedreht. Diese Technik eignet sich vor allem für rundliche Wunden an Wange, Stirn, Kopfhaut oder Handrücken. Gelegentlich wird ein kleiner Rückschnitt gesetzt, damit sich der Lappen leichter drehen lässt. Neben der Wunde wird meist ein kleines Hautdreieck entfernt, damit kein Hautwulst stehen bleibt.

Beim Verschiebelappen wird die Haut geradlinig in die Wunde vorgeschoben. Er wird häufig an Stirn, Augenbraue und Oberlippe eingesetzt, wo sich die Haut in einer Richtung gut dehnen lässt. An der Basis des Lappens werden zwei kleine Hautdreiecke entfernt, damit an den Seiten keine Hautwülste entstehen.

An Unterschenkel oder Unterarm ist die Haut oft so straff, dass sich auch eine spindelförmige Wunde nicht ohne Spannung verschließen lässt. Bei der doppelten Brückenlappenplastik werden deshalb links und rechts der Wunde zusätzliche Entlastungsschnitte gesetzt. Die dazwischen liegenden Hautbrücken bleiben oben und unten mit der Haut verbunden und lassen sich zur Mitte hin verschieben. Anschließend werden die Wunde in der Mitte und beide Entlastungsschnitte vernäht.


Weil die Nasenhaut wenig elastisch ist, muss der Schnitt bei allen Verfahren im Gesicht oft deutlich länger sein als die Wunde. Die Schnitte werden an die Grenzen der sogenannten ästhetischen Einheiten gelegt, etwa an den Übergang vom Nasenflügel zur Wange. Dort wechseln Licht und Schatten, sodass Narben weniger auffallen.
Steht in der Umgebung nicht genug Haut zur Verfügung, wird die Wunde mit einer Hautverpflanzung verschlossen. Im Gesicht verwendet man fast immer ein Vollhauttransplantat. Es besteht aus Oberhaut und Lederhaut, aber ohne Unterhautfettgewebe. Die Haut wird vollständig von der Entnahmestelle gelöst und in die Wunde eingenäht. In den ersten Tagen wird sie aus dem Wundgrund ernährt, danach wachsen neue Blutgefäße ein.
Die verpflanzte Haut sollte der Haut an der Wunde möglichst ähnlich sein. Für die Nasenspitze eignet sich zum Beispiel Haut vor oder hinter dem Ohr, weil sie eine ähnliche Struktur und Talgdrüsendichte hat. Haut von der Innenseite des Oberarms passt dagegen schlecht ins Gesicht. Wunden an der Stirn lassen sich mit Haut aus der Schlüsselbeinregion verschließen.
Nach der Entfernung eines Basalioms an der Nasenspitze bleibt eine runde Wunde zurück. Die Haut an der Nasenspitze ist kaum dehnbar, und eine Lappenplastik würde hier leicht die Nasenspitze verziehen. Deshalb wird die Wunde oft mit einem Vollhauttransplantat verschlossen.
Zuerst wird die Wunde ausgemessen, meist mit einer Schablone, die ihre Form genau abbildet. Wenn möglich, wird die Wunde vorher mit einer Hautverschiebung verkleinert.
Mit Hilfe der Schablone wird die Haut vor dem Ohr umschnitten und entnommen. Sie ähnelt in Struktur und Talgdrüsendichte der Haut an der Nasenspitze. Die Entnahmestelle wird mit einer feinen Naht verschlossen und fällt später meist kaum auf.
Anschließend wird das Transplantat vom Fettgewebe und bei Bedarf von einer dünnen Schicht der Lederhaut befreit, damit es direkten Kontakt zum Wundgrund bekommt und gut anwächst. Für diesen Schritt hat Dr. Kasten das Koriotom entwickelt, mit dem sich die Haut gleichmäßig und kontrolliert vorbereiten lässt.
Zum Schluss wird das Transplantat in die Wunde eingenäht und häufig mit einem Überknüpfverband fixiert. In den ersten Tagen wird es aus dem Wundgrund ernährt, danach wachsen neue Blutgefäße ein.
Kleine Wunden können manchmal offen abheilen. Man spricht dann von einer sekundären Wundheilung. Allerdings ziehen sich die Wundränder dabei zusammen. An Nasenflügel, Nasenspitze oder Lid kann das zu Verziehungen führen. An flachen Stellen mit wenig Spannung kann eine offene Wundheilung dagegen eine gute Lösung sein.
Lappenplastiken und Hauttransplantationen erfolgen in der Regel ambulant in örtlicher Betäubung, bei größeren Flächen auch in Tumeszenzanästhesie. Dabei wird eine stark verdünnte Betäubungslösung in größerer Menge eingebracht. Wie die Betäubung abläuft, womit Sie nach dem Eingriff rechnen können und wie Sie die Wunde pflegen, lesen Sie ausführlich auf der Seite Ambulante Hautkrebs-Operation. Nach dem Eingriff ist körperliche Schonung wichtig. Auf Sport, Schwimmbad und Sauna sollte man etwa zwei bis drei Wochen verzichten, um das Ergebnis nicht zu gefährden. Ein Transplantat kann in den ersten Wochen etwas eingesunken oder geschwollen wirken. Bei einer Schwellung durch Lymphstau kann nach ärztlicher Anleitung eine Massage helfen. Bis die Narbe ausgereift ist, vergehen meist mehrere Monate.
Untersuchung und Planung des Wundverschlusses
Entfernung des Tumors, bei Bedarf mikrographisch kontrolliert
Wundverschluss mit Lappenplastik oder Hauttransplantat in örtlicher Betäubung
Entfernung der Fäden