Basaliom: Welche Risikofaktoren fördern die Entstehung?
Das Basaliom ist der häufigste bösartige Hauttumor überhaupt. Fachlich spricht man vom Basalzellkarzinom, einer Form des hellen Hautkrebses. Es wächst langsam und bildet nur äußerst selten Tochtergeschwülste, kann aber, wenn man es lange gewähren lässt, in die Tiefe wachsen und das umliegende Gewebe zerstören. Deshalb lohnt es sich zu wissen, wer besonders gefährdet ist und was man selbst beeinflussen kann.
Wie sieht ein Basaliom aus?
Typisch ist ein glasig glänzendes, hautfarbenes bis rötliches Knötchen, auf dessen Oberfläche man oft feine Äderchen erkennt. Manche Basaliome zeigen sich aber auch als flache, rötliche und leicht schuppende Stelle, die man leicht für ein Ekzem hält. Andere sehen aus wie eine kleine Narbe. Ein häufiger Hinweis ist eine Wunde, die immer wieder leicht blutet, verkrustet und nicht richtig abheilt. Die meisten Basaliome entstehen im Gesicht, an der Nase, an den Ohren und an der Stirn, also dort, wo die Haut über Jahrzehnte viel Sonne abbekommt. Weitere Informationen zu den verschiedenen Formen finden Sie auf unserer Seite zum Basaliom.
Welche Rolle spielt die Sonne?
Der wichtigste Risikofaktor ist das UV-Licht. Dabei kommt es offenbar nicht nur auf die Gesamtmenge an, sondern auch auf wiederholte Sonnenbrände, besonders in Kindheit und Jugend. Wer früh viel Sonne abbekommen hat, trägt dieses Risiko oft Jahrzehnte mit sich. Auch Besuche im Solarium erhöhen das Risiko. Menschen mit heller Haut, hellen Augen und rötlichen oder blonden Haaren, die leicht einen Sonnenbrand bekommen und kaum bräunen, sind besonders gefährdet.
Wer hat sonst ein erhöhtes Risiko?
Mit dem Alter steigt das Risiko deutlich an, die meisten Betroffenen sind älter als 50 Jahre. Allerdings sehen wir Basaliome heute auch bei jüngeren Menschen, vermutlich wegen des veränderten Freizeitverhaltens. Wer bereits ein Basaliom hatte, hat ein erhöhtes Risiko für weitere Basaliome. Eine Studie im Journal of Investigative Dermatology hat außerdem einen möglichen Zusammenhang mit Ekzemen beschrieben. Diese Untersuchung bezog sich allerdings nur auf Gesicht und Ohren, und ob das Ekzem selbst oder die Behandlung dahintersteckt, ist noch nicht geklärt.
Ein deutlich erhöhtes Risiko haben außerdem Menschen, deren Immunsystem durch Medikamente unterdrückt wird, etwa nach einer Organtransplantation. Seltener spielen eine frühere Strahlentherapie, eine Belastung mit Arsen oder seltene erbliche Erkrankungen eine Rolle.
Schützt eine Brille vor einem Basaliom am Auge?
Gerade im inneren Augenwinkel ist die Entfernung eines Basalioms anspruchsvoll, weil in der Nähe die Tränenwege und das Lid liegen. Eine portugiesische Untersuchung aus dem Jahr 2012 hat gezeigt, dass Brillenträger in diesem Bereich deutlich seltener Basaliome hatten. Die Forscher vermuteten, dass Gläser und Gestell einen Teil der UV-Strahlung abhalten. Das ist eine Beobachtung und kein Beweis. Es spricht aber vieles dafür, die Augenpartie im Freien mit einer Sonnenbrille mit gutem UV-Schutz zu schützen.
Kann Kaffee vor einem Basaliom schützen?
Forscher der Harvard Medical School haben in großen Langzeitstudien beobachtet, dass Menschen, die täglich mehr als drei Tassen koffeinhaltigen Kaffee tranken, etwas seltener ein Basaliom entwickelten. Bei Frauen war das Risiko um etwa ein Fünftel geringer, bei Männern nur um knapp ein Zehntel. Auf das Melanom und das Plattenepithelkarzinom hatte der Kaffee in dieser Untersuchung keinen Einfluss. Solche Beobachtungsstudien zeigen einen Zusammenhang, aber keinen ursächlichen Schutz. Man sollte also nicht mehr Kaffee trinken, um Hautkrebs vorzubeugen. Sonnenschutz bleibt weit wirksamer.
Was kann man selbst tun?
Die wirksamste Vorbeugung ist ein konsequenter Sonnenschutz: Mittagssonne meiden, Kopfbedeckung und Kleidung tragen und unbedeckte Haut mit einem Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor eincremen. Auf das Solarium sollte man ganz verzichten. Kinder brauchen besonderen Schutz, weil Sonnenbrände in jungen Jahren das Risiko langfristig erhöhen.
Ebenso wichtig ist es, die eigene Haut im Blick zu behalten. Wenn eine Stelle nicht abheilt, immer wieder blutet oder ein neues glasiges Knötchen auftaucht, sollte man das von einem Hautarzt untersuchen lassen. Mit dem Auflichtmikroskop, der Dermatoskopie, lässt sich ein Basaliom meist schon früh erkennen. Je kleiner es ist, desto schonender kann man es behandeln, oft mit einer kleinen Operation, bei oberflächlichen Formen auch mit einer photodynamischen Therapie. Für Menschen mit erhöhtem Risiko ist die regelmäßige Hautkrebsvorsorge besonders sinnvoll.
Wenn Sie eine verdächtige Stelle bemerken oder zu einer Risikogruppe gehören, kommen Sie gerne zu uns in die Sprechstunde. Wir untersuchen Ihre Haut gründlich und besprechen mit Ihnen die passende Vorsorge oder Behandlung.